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06.09.2016 20:10 Alter: 1 year

Herbert Lange, SV Stahl Hennigsdorf - AK 70 Europameister über die Mitteldistanz


H. Lange, 2. v. r.

H. Lange, 2. v. r.

Mehr als 1800 Teilnehmer aus 32 Ländern, eine traumhafte Alpen-Kulisse, ein anspruchsvoller Radkurs durchs Gebirge „Wilder Kaiser“, viele begeisterte Zuschauer an der Strecke, Topstars aus aller Welt – Dies sind nur ein paar Attribute, mit denen sich die Europameisterschaft im Triathlon über die Mitteldistanz in Walchsee in Österreich beschreiben lässt. Es wurde das erwartete stimmungsvolle Spektakel, ein Festival der großen europäischen Triathlon-Familie. Es mussten 2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21km Laufen bewältigt werden.

Herbert Lange vom SV Stahl Hennigsdorf hatte sich qualifiziert und wurde von der DTU als einziger Brandenburger Teilnehmer in die Nationalmannschaft berufen. Dass diese Nominierung  berechtigt war, stellte er unter Beweis. Er erkämpfte sich die Goldmedaille in der AK 70 und den Titel „Europameister im Triathlon“. Stolz und überglücklich präsentierte Lange bei der emotionalen Siegerehrung seine hart erkämpfte und verdiente Goldmedaille.

In der Ak 70 waren 10 Sportler gemeldet. 3 Sportler schieden vorzeitig aus. 7 Athleten erreichten das Ziel. Großer Favorit war der Italiener Eros Tassinari, Vizeeuropameister aus dem letzten Jahr. Der Schwimmstart erfolgte als „Rolling-Start“. Jeder Sportler konnte nach eigenem Können und Ermessen die entsprechende Startzone selber wählen.
Lange absolvierte das Schwimmen in ca. 32 Minuten und hatte da schon über 13 Minuten Vorsprung auf den Italiener. Beim Radfahren konnte der Italiener dann seine fahrerische Extra-Klasse unter Beweis stellen und bis auf 6 Minuten an Lange aufschließen. Die steilen Berganstiege und rasanten Abfahrten brachten Lange, der im Raum Berlin sowas nicht trainieren konnte, an seine Grenzen. Es mussten auf den 90 km respektable 1.100 Höhenmeter bewältigt werden. Auch in den steilen Serpentin-Abfahrten fuhr Lange nicht bis ans Limit. Bei Spitzen über 60 km/Std. war Lange die Sicherheit wichtiger und er bremste sicherheitsbewusst oft viel zu früh.
Diese schwere Berganstiege merkte Lange dann bei der 21km bergigen Laufstrecke in den Beinen. Er hatte unter Krämpfen zu leiden, musste Gehpausen einlegen und wollte sogar mehrmals aufgeben.
Im Ziel hatte er dann eine Gesamtzeit von 6:15:50 Std. Der Italiener musste der schwierigen Radstrecke auch Tribut zollen und brach bei der Laufstrecke ein. Er kam fast 15 Minuten nach Lange ins Ziel. Er konnte die Silbermedaille gerade so noch mit 8 Sek. vor dem deutschen Gerhard Müller retten.
Lange konnte es kaum fassen, dass er den Favoriten besiegt hatte und kommentierte seine Goldmedaille: „Bei meinem Debut über die Mitteldistanz gleich den Europameister-Titel ergattert  – der Wahnsinn. Danke an die vielen deutschen Touristen, die mich an der Strecke permanent angefeuert und zur Höchstleistung getrieben haben.