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18.07.2016 21:57 Alter: 1 year

Kaum noch Hoffnung für Laura Lindemann

Ärger um Olympianominierung


Foto: Thomas Sobczak

Foto: Thomas Sobczak

Sie ist eine der besten Triathletinnen Deutschlands - dennoch hat Laura Lindemann kein Ticket für die Olympischen Spiele in Rio bekommen. Schuld ist ein Streit um die Nominierungen: Statt ursprünglich fünf hat der DOSB nur einen Startplatz in Anspruch genommen. Für Lindemann gibt es nur noch eine winzige Chance.

Von Jonas Schützeberg, RBB Info Radio

Es sollte der letzte große Test vor den Olympischen Spielen werden: Formcheck für Laura Lindemann an diesem Wochenende in Hamburg, beim größten Triathlon der Welt. Obwohl sie Neunte und damit beste Deutsche geworden war, wirkte die junge Athletin mitgenommen.

Denn trotz dieses Ergebnisses wird sich Lindemanns Traum von einem Start in Rio wohl nicht mehr erfüllen: Die Junioren-Weltmeisterin vom Verein Triathlon Potsdam steht nämlich nicht auf der Liste für die Olympischen Sommerspiele. Sie sei zutiefst enttäuscht und traurig gewesen, so die gebürtige Berlinerin. "Ich wusste gar nicht mehr weiter, was soll das, warum so eine Entscheidung?"

DOSB geht juristischem Streit aus dem Weg
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte am vergangenen Dienstag in seiner letzten Nominierungsrunde nur eine Triathletin für Rio bestimmt, Anne Haug. Die deutschen Triathleten hatten sich jedoch zuvor fünf Startplätze erarbeitet. Das Problem: Nur Anne Haug hat die nationale Norm erfüllt. Der Verband schlug dem DOSB trotzdem fünf Athleten vor. Die Folge: Rebecca Robisch - ihr Name war nicht darunter - klagte. Um dem Streit aus dem Weg zu gehen, nominierte der DOSB nur Anne Haug, zum Ärger für Laura Lindemann.

Sie sei im ersten Moment natürlich sauer gewesen, räumte die 20-Jährige ein. Vier Jahre Vorbereitung umsonst, in ihrer Verzweiflung schrieb Lindemann ein Brief an Bundeskanzlerin Merkel. Eine Reaktion darauf habe sich noch nicht bekommen – und auch alles vor dem Wettkampf in Hamburg von sich fern gehalten, erklärte die Triathletin. "Ich wollte vor dem Rennen nicht mehr so großen Stress mit den ganzen Sachen. Ich werde mir danach dafür Zeit nehmen."

Meldefrist läuft Montagnacht ab
Noch am Donnerstag gab es einen kleinen Lichtblick für Lindemann durch den DOSB-Präsidenten Hörmann. Man sei noch in Gesprächen, um Lösungen zu finden, "weil wir gerade Athletinnen und Athleten mit tollen Zukunftsperspektiven – und Laura Lindemann ist eine davon – gerne in Rio dabei hätten", so Hörmann. "Vielleicht gelingt es uns noch, ein Hintertürchen zu finden."

Eine fragwürdige Aussage des Mannes, der Laura Lindemann doch schon längst hätte nominieren können. Und genau dieses Hintertürchen könnte sich nicht öffnen, denn die nicht genutzten Plätze der Deutschen sind längst an andere Nationen vergeben. Und dass in Rio mehr Triathleten starten dürfen als geplant, scheint unwahrscheinlich.

Egal was jetzt noch passiert, es muss auf alle Fälle schnell gehen, denn am Montagabend um 23:59 werden die offiziellen Namenslisten für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro geschlossen. Laura Lindemann kann jetzt nur noch hoffen!